Mehrsprachige Website — was fast alle falsch machen
Eine zweite Sprache bringt nur dann Besucher, wenn Suchmaschinen verstehen, welche Fassung für wen ist. Die technischen Punkte und die inhaltliche Wahrheit dahinter.

Eine zweite Sprache wird oft als reine Übersetzungsaufgabe behandelt. Technisch ist sie das Gegenteil: Ohne die richtigen Signale sieht eine Suchmaschine zwei Seiten mit demselben Inhalt und entscheidet selbst, welche sie zeigt. Meistens die falsche.
Die drei technischen Punkte
Eigene Adressen pro Sprache. Jede Sprachfassung braucht eine eigene, dauerhafte Adresse, zum Beispiel mit einem Sprachkürzel im Pfad. Eine Seite, die ihren Inhalt per Skript austauscht, ohne dass sich die Adresse ändert, kann nicht einzeln indexiert werden.
Die hreflang Auszeichnung. Sie sagt der Suchmaschine: Diese Seite ist die deutsche Fassung, jene die englische, und sie gehören zusammen. Wichtig ist, dass jede Fassung auf alle anderen verweist, einschließlich auf sich selbst.
Keine automatische Weiterleitung nach Standort. Wer aus Deutschland zwingend auf die deutsche Seite geleitet wird, kann die englische nie erreichen. Suchmaschinen crawlen meist aus einer Region und sehen dann nur eine Fassung. Bieten Sie einen sichtbaren Sprachwechsel an, statt zu entscheiden.
Eine zweite Sprache ohne diese Signale verdoppelt nicht Ihre Sichtbarkeit. Sie halbiert die Klarheit.
Der Teil, über den seltener gesprochen wird
Eine maschinelle Übersetzung ist heute gut genug, um verstanden zu werden, aber selten gut genug, um zu verkaufen. Fachbegriffe, Anrede und Tonfall sind das, woran Muttersprachler sofort merken, dass niemand den Text gelesen hat.
Wichtiger noch: Die Suchbegriffe unterscheiden sich. Wer im Deutschen nach „Website erstellen lassen“ sucht, sucht im Englischen nicht nach der wörtlichen Übersetzung. Eine übersetzte Seite trifft die Begriffe der anderen Sprache nur zufällig.
Die ehrliche Vorfrage
Brauchen Sie die zweite Sprache wirklich? Wenn Ihre Kunden aus der Region kommen und deutsch sprechen, bringt eine englische Fassung nichts außer Pflegeaufwand. Wenn Sie international arbeiten oder eine große Sprachgemeinschaft vor Ort bedienen, ist sie einer der besten Hebel überhaupt.
Wenn Sie überlegen, ob und wie sich das lohnt, schauen wir uns gerne an, wer Ihre Seite heute tatsächlich aufruft.
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